berlinale 2019

Ein Erlebnisbericht

Jedes Jahr freue ich mich auf mein Berlinalewochenende. Dieses Jahr konnten wir für drei Filme im Wettbewerb Karten ergattern. Die Karten müssen entweder in der Warteschlange erstanden werden oder man hat drei Tage vorher die Möglichkeit sich maximal 2 Karten für einen Film im Internet zu kaufen. Allerdings muss man schnell sein, denn innerhalb von Minuten sind diese riesigen Kinosäle ausverkauft. Und wir gehen zu zweit auf die Jagd! Am Telefon miteinander verbunden, denn wir sind 4 und müssen gleichzeitig zwei Karten erstehen. Schon das ist ein Spaß und läutet ein lachendes Wochenende ein.

 

 

 Unsere Ausbeute dieses Jahr: „The Kindness of Strangers“ zugleich auch der offizielle Eröffnungsfilm der Berlinale, „Öndög“ ein Film aus der Mongolei und „Systemsprenger“ ein deutscher Film der jungen Nachwuchsregisseurin Nora Fingscheidt, der eigentlich in der Rubrik Berlinale Talents lief, d.h. nicht im Wettbewerb. Aufgrund seiner Besonderheit lief er aber doch im Wettbewerb und gewann den silbernen Bären. Der Film handelt von einem etwa 9jährigen Mädchen namens Benni, das voller Wut ist und von einer Wohngruppe in die nächste geschoben wird. Ihre Mutter hat noch zwei jüngere Kinder und ist heillos überfordert mit dem traumatisierten Kind. Der Film erzählt eindrücklich wie hilflos sich die Helfer beim Helfen fühlen. Fast alle möchten helfen und sind dem Mädchen ehrlich zugetan, aber das System schlägt immer wieder die Tür zu, sobald Benni kurz davor ist sich fallenzulassen und zu bessern.

Ein Film, der nachhaltig Eindruck macht und noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

 

Der Eröffnungsfilm erzählt ebenfalls von Kindern, die gerettet werden müssen. In diesem Fall aber sorgt die Mutter dafür, dass die beiden Brüder nicht mehr unter den Schlägen ihres Vaters leiden müssen. Sie flieht in die Stadt, nach New York und träumt davon ihren Kindern Wissen und Bildung mit auf den Weg geben zu können. Doch sie leben in ihrem Auto, haben nichts zu Essen, eines der Kinder landet im Krankenhaus und am Ende schlafen sie unter einem Flügel in einem Restaurant. Auf wunderbaren Wegen fügt sich am Ende alles zum Guten und man geht mit dem herrlichen Gefühl nach Hause, dass sich am Ende doch alle Menschen gegenseitig helfen, auch wenn sie Fremde sind…("The Kindness of Strangers").

 

Öndög schließlich ist der verrückteste Film. Eine nackte Frauenleiche wird mitten in der mongolischen Steppe gefunden und ein junger Polizist muss die Leiche bewachen bis Verstärkung kommt. Das dauert und wenn die mutige einsame Hirtin nicht gewesen wäre, wäre er entweder erfroren oder von Wölfen angegriffen worden. Die Geschichte geht kurios weiter mit einem Schwangerschaftstest, der an einer Bushaltestelle gemacht wird, der Geburt eines Kalbes und wilden Motorradfahrten durch die Steppe der Mongolei. Und man erfährt, dass Öndög ein Dinosaurierei ist, das die Hirtin von ihrem Ex-Freund bekommt, der sich noch Hoffnung auf eine Beziehung mit ihr macht.

 

Am Samstag Nachmittag haben wir den Kinosaal ausnahmsweise mal gegen einen Reisebus eingetauscht und eine Videobustour zum Thema: Zwischen Diva und Göre – Frauenfiguren in Filmen aus Berlin gemacht. Dazu haben wir Drehorte von Filmen mit und von Frauen angefahren und dabei die jeweiligen Ausschnitte auf einem Monitor im Bus verfolgt. Ein herrlicher interessanter Nachmittag, in dem ich neben Marlene Dietrich und Hildegard Knef viele berlinerische Frauen kennenlernen durfte. Es war ein rundum schönes Wochenende und ich freue mich schon auf nächstes Jahr! 

Pia

Eure Meinung

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