zu ende geführt

In Gedanken versunken radelst du durch die Gegend und zack kommt von der Seite ein böswilliges Geschnauze, du fahrest zu schnell, auf der falschen Seite oder seist nicht gut genug sichtbar. Oder du stehst am Wegesrand, unterhälst dich, ein Jogger kommt vorbei, streift dich am Arm, obwohl neben dir Platz genug wäre. Oder du wirst aus dem Nichts angegangen, weil…

 

Weil du einfach zur falschen Zeit am falschen Ort bist und jemand mit seiner Wut nicht gut haushalten kann. Denn das ist in der Regel der tatsächliche Grund für solch ein Angehen.

Jeder kennt wohl solche Situationen, in denen wir oft sprachlos und wütend zurück bleiben. Völlig überrumpelt stehen wir da, ehe wir uns sammeln und verarbeiten, was da gerade eigentlich passiert ist. Zu der Wut über den Angriff des anderen gesellt sich dann noch der Ärger über das eigene vermeintliche Versagen, weil die passenden Worte nicht rechtzeitig kommen wollten, wir nicht schnell genug reagieren konnten. Minuten oder Stunden später dann die Einfälle, was wir alles hätten erwidern können. 

 

Statt Frust nun mein Vorschlag.

Unser Gehirn kann sowohl damit arbeiten, wenn wir eine Situation in vivo (in der Realität) erleben, als auch, wenn sie in sensu (in der Vorstellung) stattfindet. Und das können wir uns super zu Nutze machen.

 

Im Außen ist die Situation gelaufen, die andere Person ist von Dannen gezogen und wir stehen da. In unserer Vorstellung aber können wir in alle Zeiten und Situationen reisen und in unserem Tempo das zu Ende führen, was noch keinen befriedigenden Abschluss gefunden hat.

Den Ort und die Zeit hierfür kannst du selbst wählen. Schaffe dir am besten einen Rahmen, in dem du dich sicher fühlst. Das könnte ein Wohlfühlplatz in deiner Wohnung sein. Führ dir die vergangene Situation vor Augen und sprich nun ruhig und klar das aus, was du dem anderen entgegenbringen möchtest. „Hey, halten Sie Abstand von mir!“ oder „Es geht Sie nichts an, was ich trage, wie schnell ich fahre etc.!“ - sag, was für dich richtig ist. Sei dabei achtsam mit dir, spüre gut hinein, wie es dir geht, was das mit dir macht. Und weniger ist mehr! Es geht nicht darum, dich in Wut oder gar Rasche zu reden und auszuschimpfen, sondern es geht darum, die Situation zu einem Ende zu führen, das du gestaltest. 

 

Die wichtige Erfahrung dabei ist, dass wir aktiv in unser Leben eingreifen können, unabhängig von anderen, unserer Reaktionszeit oder den Umständen. Das verleiht uns Selbstwirksamkeit und fördert unseren Gestaltungsspielraum. Darüber hinaus ist es einfach eine Sache von Training im richtigen Moment zu reagieren und mit ausreichend Übung im Geschützten wird es dir auch im Außen immer leichter fallen.

 

Bei jeder Übung, die ich dir vorstelle, sei behutsam mit dir. Beginne ganz zart und mit kurzen Sequenzen. Nimm dir Zeit und spüre fortwährend in dich hinein. Und dann passe die Übung so an, dass sie sich für dich gut anfühlt.

 

Christin 

Eure Meinung

Ging es euch auch schon einmal so? Teilt uns mit wann ihr das letzte Mal an etwas drangeblieben seid.

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