hurra ein hybrid !

 

Die Gestaltung von Mobilität beeinflusst unser Alltagsleben wesentlich und ist daher ein Fall für den Familienrat. Nachdem wir unser böses altes Dieselauto los waren, aber ein Leben ohne Auto nicht mehrheitsfähig war, haben wir ein gebrauchtes Hybridauto gekauft. Nicht so ein langweiliges, das nur Bremskraft zurückgewinnt, sondern richtig mit Stecker zum Laden der (kleinen) Batterie.

Was wir nicht wussten: Mit dem „E“ auf dem Kennzeichen haben wir uns auch gleich das ultimative ökologische Coming Out vor die Tür gestellt.

Im Bio-Supermarkt einkaufen? Geschenkt – die neumodischen Rezepte verlangen ja manchmal komische Zutaten.

Gegen internationale Handelsabkommen demonstriert? Naja, kann ja mal passieren, wer war nochmal der Arbeitgeber?

Überhaupt kein Auto? Ist ja auch billiger...

Aber ein E-Auto, das ist untrügliches Zeugnis geistiger Umnachtung! Liest man doch ständig, dass sich das nicht rechnet, da gibt man doch wirklich einfach nur Geld für saubere Luft aus! Die Nachbarin weiß es ganz genau: ein Bekannter habe sein E-Auto wieder verkauft, er habe nur 2 Euro auf 100 km gespart.

Tatsächlich habe ich extra recherchiert und weiß nun: unser neues gebrauchtes Auto war ca. dreitausend Euro teurer als ein Brüderchen mit Verbrennungsmotor, aber ähnlicher Ausstattung. Aber ist es auch dasselbe? Die Liste der Serienausstattung der E-Variante liest sich imposant:

  •  Eingebauter Parkplatz (etliche Kommunen, Freizeitparks, Einkaufszentren und sogar mein Arbeitgeber danken mein Engagement mit extra Parkplätzen direkt vor dem Eingang)
  • Luft und Liebe reichen als Treibstoff für kurze Strecken (auf vielen der Parkplätze gibt’s den Strom dann eben auch für lau)
  • der Wow-Faktor (und damit aus dem „wow“ kein „hoops“ wird: liebe Verkehrsteilnehmende, es ist mühsam, aber bitte geht und fahrt nicht nach Gehör. Schauen ist die erste Bürgerpflicht, denn auch Kinder, Fahrradfahrende und Tiere nähern sich schnell und ohne Motorengeräusch!)
  • ein neues Fahrgefühl: die Beschleunigung macht großen Spaß, das Motorengeräusch vermisse ich nicht
  • mehr Frischluft für Pensionäre (kein Witz: Rentner, die nicht gerade um die Ecke wohnen, haben ihre Spazierroute in unsere Straße verlegt, um mehr oder minder unauffällig um unser Auto zu kreisen und jedes Detail zu untersuchen)

Ob und wie viel Geld dieses Auto uns spart, habe ich nicht ausgerechnet. Aber es kommt – trotz der kleinen Batterie und max. 50km elektrischer Reichweite – mit der Hilfe der netten Kommunen, Freizeitparks... sicher einiges zusammen. Sollte das nicht der Fall sein: Für meine anderen Hobbies gebe ich ja auch gern mal was aus ☺

 

 

Katharina